Dezember 15, 2007...1:36

Der Postmindestlohn und warum mal wieder ganz Deutschland verarscht wird!!

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Nun ist es doch soweit. Lange diskutiert hat der Bundestag gestern den Postmindestlohn beschlossen. Lediglich die FDP-Fraktion und 19 CDUler stimmten dagegen… Die Mehrheit der Bevölkerung begrüßt den Mindestlohn, die Linken im Land feiern… wohl nicht wissend, dass sie mit dem Mindestlohn generell nicht nur ökonomischen Unsinn fabriziert haben, sondern auch, dass gerade der Postmindestlohn nichts weiter ist als eine geschickte Monopolstrategie der Postlobbyisten ist.

Zugegeben: Hungerlöhne wie sie von der PIN Group oder TNT bezahlt werden sind sittenwidrig, keine Frage. Aber ein Mindestlohn ist nur scheinbar eine Lösung. Jetzt kann man natürlich mir Westerwelle-Argumenten alá „Das ist DDR, nur ohne Mauer“ kommen, aber auch drei kleine Fakten, die die Mehrheit der Mindestlohnbefürworter außer acht gelassen haben sind zu nennen:

1. Das klassisch ökonomische Argument ist natürlich die Arbeitsmarkttheorie. Kurz nochmal erklärt: Laut dieser Theorie bildet sich der Lohn nach Arbeitsangebot (also der Bereitschaft von Arbeitnehmern für einen bestimmten Lohn zu arbeiten) und der Arbeitsnachfrage (der Bereitschaft der Arbeitgeber einen bestimmten Lohn zu zahlen). Irgendwo in einem Koordinatensystem treffen sich die beiden Funktionen und der Schnittpunkt ergibt dann den Marktlohn. Bestimmt man – laut Theorie – einen Mindestlohn über den Marktlohn sind zwar mehr Arbeitnehmer bereit zu arbeiten, aber weniger Arbeitgeber bereit zu beschäftigen. Die Konequenz: Arbeitslosigkeit.

Nun mag der Eine oder Andre das in Frage stellen und die bereits angekündigten Entlassungen der privaten Briefzusteller als marginal bewerten, aber eines ist doch klar: ARBEITSPLÄTZE SCHAFFT DAS NICHT. Viel schlimmer noch: Durch das herausdrängen privater Anbieter aus dem Wettbewerb behält die Post ihr Monopol – Preissenkungen auf Grund von Wettbewerb ausgeschlossen. Um im Geschäft zu bleiben und die Mindestlöhne bezahlen zu können müssen die anderen Dienstleister auch ihre Preise anheben… Soviel zum Thema Wettbewerb.

2. Mindestlöhne sollen gerecht sein? Nunja… das wag ich zu bezweifeln. Bei Briefzustellern, sei es Post, PIN oder TNT, arbeiten vorwiegend Angestellte ohne Ausbildung: Hausfrauen, Leute die auf einen Ausbildungsplatz warten, Menschen die aus HartzIV rauswollen. Natürlich ist es gut für diese, dass sie einen höheren Lohn bekommen. Ja, Hungerlöhne sind sittenwidrig, aber warum bekommen Ungelernte jetzt einen staatlich diktierten Lohn von mindestens 9 Euro (im Osten, im Westen noch mehr), wo hingegen Friseure, Systemgastronomen, Verkäuferinnen usw. auch wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung haben den deutlich geringeren Marktlohn…? Kik bezahlt gelernten Verkäuferinnen knapp 5 Euro, Subway je nach Standort 6… DIESE staatlich diktierte Lohndifferenz ist sittenwidrig!!!

3. Zuletzt eine kleine Verschwörungstheorie: Man darf nicht vergessen, dass die Post einst ein staatlicher Betrieb war und auch nach der Privatisierung immernoch durchaus unter staatlichem Einfluss steht. Ist es da nicht ein komischer Zufall, dass nachdem den guten deutschen Restaurants jetzt Imbiss- und Dönerbuden die Kunden klauen, ALDI den Lebensmittelmarkt aufgeräumt hat und KIK und TAKKO die guten deutschen Modehäuser in Bedrängnis gebracht haben, ausgerechnet dann, wenn ein Prestigeunternehmen des deutschen Staates Konkurrenz zu erwarten hat mal schnell der Mindestlohn beschlossen wird, mit der klaren Absicht Konkurrenten vom Markt zu drängen?? Das sollte sich Microsoft mal wagen…

Es kann nicht sein, dass der Staat mehr oder weniger nach Lust und Laune ihm wohlgesonnene Unternehmen durch einen Branchenmindestlohn schützt. Das ist ein künstliches Monopol. Da der Postmarkt ein Netz ist und es somit schwer und teuer genug für die Post-Konkurrenz ist dort einzusteigen ist, ist dies jetzt schier unmöglich. Meiner Meinung nach ist das ein eindeutiger Versuch die Post zu schützen… Das ist nicht der Sinn der EU-Vorgaben, die die Post-Liberalisierung überhaupt erst bewirkt haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Um sittenwidrige Löhne zu bekämpfen bedarf es einer besseren Strategie als dem Postmindestlohn. Der ist ineffizient, unfair (gegenüber Arbeitnehmern aus anderen Branchen) und nichts weiter als ein kleiner Trick… Und was kommt dabei raus: Die Linken haben Wasser auf Ihre Mühlen bekommen, die Kanzlerin sich erneut profiliert, mehrere Tausend Angestellte bei PIN und Co. ihre Jobs verloren (oder werden dies bald) und die Postaktie steigt… <– ich wusste gar nicht, dass linke Politiker auf so etwas stehen!

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